Interview #2 - Laura

"Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber schweigen unmöglich ist." -Victor Hugo  

 

In Runde 2 möchte ich Euch gerne Laura  vorstellen und hoffe, dass ihre Geschichte Euch positiv beeinflussen kann.

 

Laura ist - 181 cm pure Power, Ehrgeiz und soziales Engagement. Sie ist 23 Jahre jung und studiert Mittelschullehramt, im Hauptfach Musik mit den Nebenfächern Deutsch, Geschichte und Sozialkunde.

 

Musik ist ihre absolute Leidenschaft und dominiert ihr Leben - beruflich wie auch privat.

 

Neben der Uni ist sie mittlerweile schon drei Tage in der Woche als feste Lehrkraft an der Schule und unterrichtet dort vorwiegend Musik. Zudem engagiert sie sich für mehrere Musikprojekte wie die Schulband, Rockbandklassen, Orchester sowie die aktive Teilnahme an der Blaskapelle.

 

Vor zwei Jahren hat sie die Gelegenheit bekommen beim großen Universitätsmusical der FAU in Nürnberg teilzunehmen und seit 2018 darf sie sich als festes Mitglied der Band Klostergold zählen. Mit einer Band auf Tour zu gehen, gehört schon seit vielen Jahren zu ihren Träumen - dieses Jahr geht es damit nun los. Zudem haben ihre vielen Musikprojekte, an denen sie nach und nach wächst auch ihr Umfeld geprägt - ihre engsten Freunde und Bekannte hat sie alle durch die Musik kennengelernt!

 

Laura hat nach dem Abitur reine Musik an der Berufsfachschule für Musik studiert. Jedoch hat ihr das keine allzu große Freude bereitet, da sie in diesem Studiengang eine extreme Ernsthaftigkeit erlebt hat. Der dominierende Konkurrenzkampf, welcher nur bedingt menschlich ablief hat ihre Leidenschaft für die Musik gedämpft. Sie hat erkannt, dass das nicht der richtige Weg für sie ist und hat begonnen Reallschullehramt für Musik und Mathe zu studieren. Jedoch hat sie das Konzept für Reallschullehramt nicht überzeugt. Das Gehetze an der Reallschule von Klasse zu Klasse und die reine Stoffvermittlung hat ihr keinen Spaß bereitet. Während ihres Praktika hat sie bemerkt, dass ihr die menschliche Komponente leider fehlt. Deshalb hat sie im dritten Semester dann auf den Studiengang für die Mittelschule gewechselt.

 

Laura ist mit dieser Entscheidung sehr glücklich und die Arbeit mit den Kindern ist extrem essentiell für sie. Sie hat hier zudem das Gefühl, dass sie in diesem Rahmen den Kindern nicht nur fachliches Wissen mitgeben kann.

 

Nun zu den Interviewfragen: 

 

#1: Was ist für Dich das Wichtigste im Leben?

Neben Gesundheit ist das Wichtigste für mich, Menschen um mich zu haben, die es ehrlich mit mir meinen. Menschen, auf die ich mich voll und ganz verlassen kann und bei denen ich einfach so sein kann, wie ich bin. Denn mit solchen Menschen kann man auch die größten Krisen und Probleme bewältigen.

 

#2: Welche menschliche Leistung imponiert Dir am meisten?

Ein starker Wille, etwas durchzuziehen auch wenn sich auf dem Weg zum Ziel erhebliche Probleme und Herausforderungen ergeben. Dabei nicht den Mut zu verlieren, seinen Plan oder sein Vorhaben zu vollenden und einfach nicht aufzugeben, auch wenn man an einen Punkt kommt, der einen zurückwirft, imponiert mich sehr. Daneben und gekoppelt dazu aber auch die Eigenschaft, jemanden genau dabei zu unterstützen und nicht von seiner Seite zu weichen, auch wenn es mal schwierig wird.

 

#3: Welchen Tipp würdest Du Absolventinnen oder Young Professionals gerne mitgeben?

Einfach immer an sich glauben. Auch wenn es mal Rückschläge gibt. Man muss einfach lernen auch damit umzugehen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Und auch wenn man mal an dem Punkt ist, an dem man meint eine Sache sein lassen zu müssen, dann sollte man nochmal und nochmal darüber nachdenken, ob aufgeben wirklich die richtige Option ist und vor allem ob es das wert ist! Oft liegt es nämlich leider nicht an der eigenen Einstellung oder Leistung, sondern an dem Einfluss von anderen. Und da kann ich nur den Tipp geben: Aufgeben ist keine Option – jetzt erst recht! Um damit dann denjenigen, die an einem Zweifeln oder die genau dieses Aufgeben erreichen wollen, das Gegenteil zu beweisen und zu zeigen, dass man genug Stärke besitzt, um sein Ding durchzuziehen.

 

#4: Wie kannst Du am besten entspannen?

Zum Entspannen brauche ich nicht viel. Die richtigen Menschen und ein bisschen Ruhe. Da reicht dann auch schon ein ganz normaler Fernsehabend. Abschalten und die Dinge des Alltags für ein paar Stunden vergessen.

 

#5: Was tust Du um gesund und fit zu bleiben?

Dadurch, dass mein Alltag ziemlich voll gepackt ist, bleibt für Sport beispielweise gar nicht wirklich viel Zeit. Allerdings ist mein Alltag so gestrickt, dass ich so mini Sporteinheiten schon inklusive habe. Ich fahre viel mit den öffentlichen

Verkehrsmitteln und hab dabei zum Beispiel immer eine kleine Strecke, die ich zu Fuß zur Uni laufe. Also quasi mein alltäglicher, kleiner Spaziergang. Der aber auch echt gut tut, da man einfach mal gut durchschnaufen kann, nach einem langen Tag. Oder auch so Kleinigkeiten, wie die Treppe anstatt der Rolltreppe zur U-bahn zu nehmen. Klar sind das nur Kleinigkeiten, aber auf Dauer hin, ist es dann auch ein Unterschied. Ansonsten versuche ich immer wieder einfach mal Ruhepausen einzurichten, an denen ich gut Kraft tanken kann. Was die Ernährung angeht verfolge ich ganz das Motto „ich esse, was mir schmeckt“. Und das brauch ich dann aber auch, wenn mal wieder eine stressige Zeit ansteht. Einfach essen worauf man Lust hat und wonach einem gerade ist.

 

#6: Welchen Ritualen gehst Du täglich, wöchentlich und/oder monatlich nach?

Morgens läuft bei mir beispielsweise alles immer nach dem gleichen Muster. Also quasi mein „Morgenritual“: Weckerklingeln – Aufstehen – ab ins Bad – Schminken – Anziehen – Haare machen – Frühstücken/Zeitung lesen – ab nach draußen. Und das läuft seit Jahren wirklich genau gleich ab und gibt mir eine gewisse Sicherheit gut in den Tag zu starten. Um den Alltag gut bestreiten zu können ist mir das auch wichtig. 

 

Wöchentliche Rituale sind beispielsweise, dass wir am Wochenende zuhause immer versuchen gemeinsam zu

Essen. Alle drei Generationen, die bei uns unter einem Dach leben an einem Tisch.

 

#7: Was ist Deine größte Stärke?

Meine größte Stärke denke ich, ist meine Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit. Ich bin ein sehr gewissenhafter Mensch und versuche Aufgaben, die ich annehme auch immer bestmöglich zu erledigen. Natürlich stößt man dabei oft auch auf Probleme und Unverständnis. Allerdings versuche ich trotzdem immer mein Ding durchzuziehen. Was mich bisher auch weit gebracht hat.

 

#8: Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach tolle Frauen aus?

Zu sein, wie man ist. Gerade in der heutigen Zeit, die viel durch die Medien geprägt ist, ist es meiner Meinung umso wichtiger zu sich selbst zu stehen und so zu sein wie man ist. Natürlich gibt es Situationen in denen man Kompromisse eingehen und sich anpassen muss. Allerdings sollte man sich beispielsweise niemals verbiegen müssen, um jemanden zu gefallen. Und gerade durch Instagram und den ständig präsenten „Schöhnheitswahn“ ist es wichtig, dass man ein gutes Selbstwertgefühl für sich entwickelt. Und Frauen, die das besitzen, egal ob andere das genau so sehen, sind für mich tolle Frauen.

 

#9: Wer ist Dein Vorbild und warum?

Helene Fischer. Und nein, nicht nur wegen ihrer wahnsinnig guten Stimme oder ihrem super Aussehen. Natürlich beeindruckt das auch. Was mich allerdings an ihr beeindruckt, ist ihr unglaublicher Wille und ihre absolute Disziplin. Für viele mag sie nach außen hin als „zu perfekt“ erscheinen. Aber genau das ist der Punkt. Damit man nach außen hin dieses nahezu „Perfekte“ ausstrahlen kann, braucht es unheimlich viel Disziplin. Es steckt so viel Arbeit und Mühe hinter all dem. Und wenn man sich etwas mehr mit ihr und ihrer Art und Weise, wie sie arbeitet beschäftigt, dann merkt man, dass genau diese Disziplin der ausschlaggebende Punkt ist. Disziplin in allen Kategorien. Aber vor allem eine starke Disziplin ihr Ding durchzuziehen, an ihrem Willen festzuhalten und sich selbst treu zu bleiben. 

 

#10: Welche Entscheidung in Deinem Leben hat Dir am meisten Mut gekostet und hatte den größten positiven Einfluss auf Dein Leben?

Den größten Mut hat mir bisher gekostet, meinen Studiengang zu wechseln. Da ich immer sehr zielstrebig bin, war das für mich eine große Herausforderung, wirklich diesen Schritt zu gehen und mir einzugestehen, dass es so nicht das Richtige für mich ist. Allerdings kann ich jetzt sagen, dass es die allerbeste Entscheidung war, die ich je getroffen habe, da ich mich mehr als wohl damit fühle und ich jetzt genau das mache, was ich kann, was mir liegt und vor allem auch, was mir Spaß macht!

 

 

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So liebe Mädels was sagt uns das:

Das Wichtigste ist, dass man sich mit dem was man tagtäglich tut, 100 % wohlfühlt.

Die kleinste Veränderung - wie bei Laura der Wechsel vom Reallschullehr- auf Mittelschullehramt bereichert sie ungemein.

Viele definieren einen Studienabbruch mit Faulheit oder "etwas-nicht-durchzuziehen". Ich bin mittlerweile der Meinung, dass es mehr verlorene Zeit ist sich durch etwas durchzukämpfen mit der Gewissheit im Nachhinein damit nichts machen zu können was einem gut tut. Daher kann ich jedem der in so einer Situation steckt, nur empfehlen ein wenig Abstand zu allen zu nehmen, sich eine kleine Auszeit zu gönnen oder auch ein Orientierungscoaching in Anspruch zu nehmen.

Dadurch konnte ich wahnsinnig viel mitnehmen und es bereichert meine aktuelle Situation extrem.

 

Nur Mut!

-Katharina 

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